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„Was kostet Siebdruck?" ist eine der häufigsten Fragen, die uns erreichen – und gleichzeitig die, auf die es keine ehrliche Ein-Zahl-Antwort gibt. Nicht, weil wir uns nicht festlegen wollen, sondern weil eine seriöse Kalkulation immer die konkrete Aufgabe berücksichtigt. Ein einfarbiges Logo auf 1.000 flachen Blechschildern ist etwas völlig anderes als eine dreifarbige Illustration auf 40 ovalen Glasflakons – und ein Preis „ab X Euro" wäre in beiden Fällen wenig hilfreich.
Wenn Sie verstehen, welche Stellschrauben es beim Siebdruck gibt, können Sie die Kosten aber sehr gut einschätzen – und eine Anfrage stellen, die auf Anhieb ein belastbares Angebot ergibt. Fünf Faktoren machen fast die gesamte Musik.
Warum es keinen Preis „von der Stange" gibt
Siebdruck ist ein halbautomatisches Handwerksverfahren mit Einrichtezeit. Jede neue Aufgabe verlangt ein neues Sieb, eine neue Farbmischung, eine neue Maschineneinrichtung, individuelle Halterungen für das Druckobjekt und eine Kontrolle jedes einzelnen Teils. Diese Vorleistung fällt an – unabhängig davon, ob am Ende 25 oder 2.500 Teile bedruckt werden.
Genau daraus entsteht die Preisdynamik: Der Stückpreis fällt mit der Auflage, weil sich die Einrichtung über mehr Teile verteilt. Und der Gesamtpreis steigt mit Komplexität, weil jede zusätzliche Farbe, jede runde Form und jedes ungewöhnliche Material zusätzliche Einrichtung braucht.
Faktor 1: Anzahl der Farben
Der wichtigste Hebel. Jede Farbe braucht ein eigenes Sieb, eine eigene Belichtung, eine eigene Farbmischung und einen eigenen Druckgang. Bei einem einfarbigen Logo mischen wir eine Farbe an, belichten ein Sieb, richten die Maschine einmal ein. Bei einem dreifarbigen Motiv passiert alles dreimal – und die Passgenauigkeit zwischen den Farben muss stimmen.
Das heißt nicht, dass mehrfarbige Drucke unwirtschaftlich sind. Es heißt: Reduktion lohnt sich. Ein bewusst zweifarbiges Design wirkt oft prägnanter als eines mit fünf Sonderfarben – und ist im Direktdruck deutlich effizienter.
Faktor 2: Auflage
Der Klassiker. 25 Stück gehen bei uns – aber 250 sind pro Stück deutlich günstiger, und 2.500 wieder deutlich günstiger als 250. Der Grund ist mathematisch einfach: Die Fixkosten für Sieb, Farben, Einrichtung und Andruckmuster fallen einmal an. Ob wir danach 25 oder 2.500 Zug am Rakel machen, ändert an dieser Vorleistung wenig.
Deshalb unser Rat, gerade an Gründer:innen: Fragen Sie ruhig zwei oder drei Auflagen parallel an – etwa 50, 250 und 500 Stück. Sie sehen dann sofort, ab welcher Menge der Sprung im Stückpreis besonders groß ist, und können strategisch entscheiden.
Faktor 3: Objektform
Flach ist einfacher als rund, rund einfacher als oval oder konisch.
- Flachdruck auf Platten, Schildern und ebenen Verpackungen ist der schnellste Fall: Objekt anlegen, Rakel ziehen, fertig.
- Runddruck auf zylindrischen Körpern wie Tiegeln oder Flaschen verlangt eine Halterung mit rotierender Aufnahme, damit das Objekt sich synchron zum Sieb dreht.
- Ovaldruck auf konischen oder ovalen Formen – etwa auf einem Flakon mit taillierter Silhouette – braucht individuell abgestimmte Halterungen und eine sorgfältig gestaltete Schablone, damit das Motiv nicht verzerrt.
Für die ersten beiden Fälle sind unsere Maschinen im Alltag längst eingespielt. Beim Ovaldruck steigt die Einrichtezeit – und damit fließt der Aufwand in die Kalkulation ein.
Faktor 4: Material und Vorbehandlung
Nicht jede Farbe hält auf jedem Untergrund. Manche Kunststoffe – klassisch Polyethylen und Polypropylen – brauchen eine Vorbehandlung (beispielsweise Beflammung oder Corona), damit die Farbe überhaupt sauber haftet. Bei Glas und Metall arbeiten wir mit speziell abgestimmten Farbsystemen, die oft eingebrannt werden, um langfristig kratz- und spülfest zu sein.
Diese Prozessschritte gehören bei uns zum Alltag – aber sie sind Arbeit, und diese Arbeit steckt im Angebot. Ein Kosmetiktiegel aus PP kostet in der Vorbereitung anders als ein Blechschild, das ohne Behandlung direkt in die Maschine kann. Mehr dazu, wie sich die Materialien unterscheiden, in Siebdruck auf Glas, Metall und Kunststoff.
Faktor 5: Druckdaten
Der oft übersehene Faktor. Saubere Vektordaten sparen Zeit und damit Geld. Wenn Sie Ihr Motiv als Vektor (etwa .ai, .eps, .pdf oder .svg) in richtigen Farben und richtiger Größe liefern, geht die Druckvorstufe direkt weiter. Wenn wir aus einem verpixelten Handy-Screenshot erst wieder einen sauberen Vektor bauen müssen, kostet das Zeit – und die schlägt sich im Preis nieder.
Faustregel: Motive für den Siebdruck brauchen klare Konturen und definierte Farbflächen. Weiche Verläufe und Fotomotive sind möglich (Stichwort Rasterdruck), aber der Vorbereitungsaufwand ist deutlich höher.
So bekommen Sie schnell ein belastbares Angebot
Damit wir Ihnen zügig einen realistischen Preis nennen können, hilft eine Anfrage mit diesen Angaben:
- Objekt und Material – Was soll bedruckt werden? Am besten ein Foto oder ein Datenblatt (Werkstoff, Maße).
- Auflage – ideal: ein oder zwei alternative Stückzahlen (etwa 100 und 500).
- Anzahl Farben – Wie viele Farben hat Ihr Motiv, und gibt es Sonderfarben (Pantone)?
- Motiv als Vektordatei – oder mit dem Hinweis, dass wir bei der Aufbereitung unterstützen sollen.
- Wunschtermin – Wann brauchen Sie die Ware?
Mit diesen fünf Angaben können wir ein Angebot erstellen, das Sie tatsächlich mit anderen vergleichen können – und keines dieser Pi-mal-Daumen-Angebote, das später „doch anders" kalkuliert wird.
Zwei Bausteine, die aus unserer Sicht dazugehören
Zwei Dinge sind in jedem seriösen Angebot enthalten und aus unserer Sicht nicht verhandelbar:
Ein individuelles Andruckmuster. Sie sehen Ihr bedrucktes Produkt, bevor die Serie startet. So lassen sich Farbton, Positionierung und Detailgrad frühzeitig prüfen – und teure Überraschungen sind ausgeschlossen.
Die 100 %-Endkontrolle. Jedes Teil wird vor dem Trocknen geprüft. Diese Arbeit steckt im Preis, weil sie unterscheidet, ob Ihre Ware fehlerlos ausgeliefert wird oder Sie später aussortieren müssen.
Und wenn die Menge klein ist?
Gerade als Gründer:in oder mit einem Testprodukt lohnt sich der Blick auf Kleinauflagen ab 25 Stück – auch wenn der Stückpreis dabei höher liegt als in der Großserie. Sie validieren Ihr Produkt am Markt, bevor Sie in eine Serie mit vierstelliger Menge investieren. Wenn es läuft, drucken wir nach – farbtreu, weil wir die Farben selbst anmischen.
Und wenn Sie unsicher sind, welche Menge sinnvoll ist: Fragen Sie einfach. Diese Beratung kostet nichts und spart oft mehr, als jede Rabatttabelle verspricht. Wer die Alternative Etikett prüfen möchte, findet sie im Vergleich Siebdruck oder Etikett?.
